ZdK-Vollversammlung beschließt Aktionsplan zum Einsatz gegen HIV/Aids

Peter Weiß, entwicklungspolitischer Sprecher des ZdK, erinnerte in diesem Zusammenhang an die Erfahrungen, die eine Gruppe aus dem ZdK bei einem Exposure-Programm in Südafrika gemacht hatte.

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) will sich dafür einsetzen, die Bekämpfung von HIV/Aids, insbesondere in Afrika, wieder stärker in den Fokus der politischen und gesellschaftlichen Aufmerksamkeit zu rücken. Dazu hat die ZdK-Vollversammlung am Freitag, dem 13. Mai 2011, in Erfurt einen Aktionsplan verabschiedet.

Peter Weiß, entwicklungspolitischer Sprecher des ZdK, erinnerte in diesem Zusammenhang an die Erfahrungen, die eine Gruppe aus dem ZdK bei einem Exposure-Programm in Südafrika gemacht hatte. „Wir haben erfahren, wie wichtig die langfristige Verlässlichkeit finanzieller Zuwendungen für die dauerhafte Sicherung des Zugangs zur antiretroviraler Therapie und der Unterstützung von HIV-positiven Menschen ist“, so Weiß. „Wer lebenslang auf medizinische, medikamentöse Versorgung angewiesen ist, braucht ein stabiles Gesundheitssystem, das diese gewährleisten kann.“

Darüber hinaus sei den Teilnehmern deutlich geworden, dass ohne familiäre Hilfssysteme die Folgen von HIV/Aids nicht bewältigt werden könnten. Ohne die Bereitschaft auch oft entfernter Verwandter – fast ausschließlich Frauen –, Aids- Waisen und zu pflegende Angehörige aufzunehmen, hätten viele von ihnen keine Lebensperspektive.

Nicht zuletzt habe man eine katholische Kirche in Südafrika erlebt, die trotz ihrer Diasporasituation mit einem Katholikenanteil von 9 % der Gesamtbevölkerung mit ihren Projekten und Behandlungszentren ein wichtiger und glaubwürdiger Akteur im Kampf gegen die HIV-Epidemie ist. „Uns ist dabei auch klar geworden, dass eine Zustimmung zur Verwendung von Kondomen zum Schutz des Lebens dort nur einen sehr kleinen Beitrag zur Verhinderung der Ausbreitung von HIV leisten wird, und wie Bischof Kamphaus schon gesagt hat, kein Allheilmittel ist, für einige Menschen kann sie aber lebensrettend sein“, so der ZdK-Sprecher. „Wir haben in Südafrika eine katholische Kirche erlebt, die geleitet ist von einer praktischen Spiritualität. Eine Kirche, die sich eindeutig an die Seite derer stellt, die ihre Hilfe am meisten benötigen, auf die Seite der HIV-infizierten Menschen. Wir sind davon überzeugt, diese Erfahrung kann zu einem wichtigen Anstoß für uns Christen in Deutschland im Erneuerungsprozess unserer Kirche werden.“

Diese Erfahrungen will das ZdK in die kirchliche und gesellschaftliche Debatte einbringen.

Der Aktionsplan mit dem Titel „Kirche bei den Menschen: Verantwortung von Christinnen und Christen angesichts HIV/Aids – Eine Verpflichtung zum Handeln“ ist auf der Homepage www.zdk.de dokumentiert.

Pressemitteilung “ZdK-Vollversammlung beschließt Aktionsplan zum Einsatz gegen HIV/Aids” als PDF

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