Entwicklungspolitischer Sprecher des ZdK würdigt 50 Jahre Kooperation von Staat und Kirche in der Entwicklungszusammenarbeit

Heute vor 50 Jahren, am 31. Mai 1961, hat das Bundeskabinett beschlossen, im Entwicklungshilfeetat einen eigenen Kirchentitel vorzusehen.

Heute vor 50 Jahren, am 31. Mai 1961, hat das Bundeskabinett beschlossen, im Entwicklungshilfeetat einen eigenen Kirchentitel vorzusehen. Der entwicklungspolitische Sprecher des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Peter Weiß, hat anlässlich dieses Jahrestages die enge Partnerschaft zwischen kirchlicher und staatlicher Entwicklungspolitik gewürdigt.

"Die partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Kirchen und Staat in der Entwicklungszusammenarbeit ist im europäischen Vergleich einmalig. Die Einrichtung eines eigenen Kirchentitels im Bundeshaushalt im Zuge der Gründung eines eigenständigen Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung zeigt, dass die Bundesregierung von Beginn an die Entwicklungspolitik als gesamtgesellschaftliche Aufgabe definiert hat. Die Kirchen wurden in Form ihrer Hilfswerke dabei von Anfang an als wichtiger Partner anerkannt", erklärt Peter Weiß. Die Kirchen seien durch ihre Nähe zu den Armen und die Unterstützung benachteiligter Gruppen prädestiniert für eine wirksame Entwicklungszusammenarbeit. Durch ihre starke zivilgesellschaftliche Orientierung, die Zusammenarbeit mit lokalen Partnerorganisationen vor Ort und das Angebot von Hilfe zur Selbsthilfe nähmen sie Aufgaben wahr, die die staatliche Entwicklungszusammenarbeit in dieser Form nicht leisten könne.

"Die 50 Jahre andauernde Kooperation hat sich bewährt, das zeigen auch die jährlich ansteigenden Mittel. Zu Beginn haben die Kirchen Zuschüssen in Höhe von bei ca. 48 Mio. DM erhalten, im Jahr 2010 sind es 206 Mio. Euro. Insgesamt haben die Kirchen bisher fast 6 Mrd. Euro an Projektgeldern erhalten", so Peter Weiß. "Der Verzicht des Staates auf politische Auflagen und die Unabhängigkeit in der inhaltlichen Planung seitens der Kirche zeugt von einem respektvollen und fest gewachsenen Vertrauensverhältnis zwischen beiden Partnern".

Zudem trage die Kirche nicht nur zur Armutsbekämpfung im Süden, sondern durch Ihre Anwaltschaft für die Armen entscheidend zur Verankerung von Entwicklungspolitik in der deutschen Gesellschaft bei. Deshalb geht Peter Weiß davon aus, dass "die Kirchen auch in Zukunft ein wichtiger Partner für den Staat bleiben werden, um allen Menschen zu einem Leben in Würde zu verhelfen und dadurch Gerechtigkeit, Freiheit, Versöhnung und Frieden in der Welt zu fördern."

Pressemitteilung “Entwicklungspolitischer Sprecher des ZdK würdigt 50 Jahre Kooperation von Staat und Kirche in der Entwicklungszusammenarbeit” als PDF

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